Kabelmanagement

genauer Aktives Projekt bezogenes Kabelmanagement

Entstanden sind diese Folien im Rahmen eines Vortrages in Wiesbaden auf einem Congress zu den Themen Netzwerke, Infrastrukturen und Management.  Wir hoffen Sie finden sie nützlich und wünschen viel Spass beim Lesen.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen überblick über die Unterschiede zwischen einer Reinen Kabel und LWL Dokumentation in Relation zu einem aktiven, projektbezogenen Kabel- oder besser Verbindungsmanagement.
Ebenfalls sind Installationen der Firma Thinking Factory beschrieben. Angereichert wird das Ganze mit Links zu weiterführenden Informationen.
Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit um die doch geballten Informationen zu verarbeiten.

aktives_kabel_mgm_01Wer immer über ein größeres Kommunikationsnetz verfügt, muss dessen Verfügbarkeit sicherstellen. Ohne ein projektbezogenes Kabelmanagement System ist dieses ab einer bestimmten Größe nicht machbar. Die Betonung liegt hier auf Management und nicht auf Dokumentation. Der Unterschied ist die Reihenfolge, bei einer reinen Doku wird erst die Realität erzeugt und dann diese im Rechner abgebildet, beim aktiven, projektbezogenen Kabelmanagement ist es genau umgekehrt. Das eröffnet eine Vielzahl von zusätzlichen Möglichkeiten.aktives_kabel_mgm_02Grundsätzlich existiert in jeder Firma eine Dokumentation des Netzes. Sei es auf Papier, in Excel oder sonst wie, es ist aber auf jeden Fall eine vorhanden.
Problematisch ist das diese immer nur einen Schnappschuss zum Zeitpunkt x beschreibt. Dieser ist aber bestenfalls zeitnah, niemals jedoch aktuell. Hier haben wir jedoch auch schon erlebt, dass Planungen im Glauben sie seien realisiert worden in die Dokumentation übernommen wurden. Keiner hatte den Mitarbeitern der Doku gesagt, dass die dort nun festgeschriebenen Wege erst vier Wochen später als geplant realisiert werden. Hinzu kommt, dass eine reine Doku der regelmäßigen Nachbearbeitung bedarf. Das ist Zeitintensiev und bedarf damit einer kontinuierlichen Pflege.
Wenn man sich nun den eigentlichen Workflow ansieht, tritt folgendes zu Tage. Die Doku wird als Planungsgrundlage für Umzüge, Erweiterungen oder Umbaumaßnahmen herangezogen.
Darauf aufbauend werden nun die erforderlichen Tätigkeiten geplant und dann zum Zeitpunkt x realisiert. Nach der Realisierung wird anhand der Planung und der während der Realisationsphase gemachten Änderungen die tatsächliche Realisierung vor Ort geprüft
Abschließend wird dann das Ergebnis in die jeweils vorhandene Form der Dokumentation gebracht. Hier bekommt sie dann noch den Syntaxfeinschliff des jeweils mit der Doku betrauten Mitarbeiters.
Das war es dann mit der Eindeutigkeit der Daten, abgesehen davon, dass diese Reihenfolge ungünstig bis fatal ist. 

Ganz anders beim aktiven, projektbezogenen Kabelmanagement. Hier kennt das System den aktuellen Stand zu jedem gewünschten Zeitpunkt.
Da auch die Planungsstadien im System sind, ist es auch möglich, Aussagen zu treffen, wie das Netz in 1 Monat oder einem Jahr aussehen wird. Da aus Planungen dann einfach SchaltAufträge werden, sind diese mehr oder weniger ein Abfallprodukt der Planung wobei die SchaltAufträge bei erreichen des geplanten Zeitpunktes durchaus auch automatisch generiert oder an ein Order Tracking System geliefert werden können. Damit wird der Workflow eingehalten und Sie verlieren zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über Ihre Daten.

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Wann immer im Bereich Kabelmanagement von MAC (move, add and change) die Rede ist, sind Client/Server Strukturen für die Daten zwingend. Nur eine solche Struktur gewährleistet den Zugriff auf die Daten von jedem Punkt des Netzes aus. Dies ist erforderlich, damit 1-n Mitarbeiter sich die Datensätze direkt vor Ort oder an ihren Arbeitsplätzen gleichzeitig anschauen können. Da unsere Lösungen auf eine Oracle Datenbank aufbauen, ist letztendlich nur die verfügbare Rechnerleistung für die Anzahl der gleichzeitig möglichen User verantwortlich. Da der Zugriff über das Netz erfolgt, hier aber weitestgehend nur Oracle Daten übertragen werden, ist die erzeugte Netzlast recht gering. Gleichzeitig bietet Oracle von Haus aus die erforderlichen Mechanismen für Datensicherung etc. was bedingt durch unseren Lösungsansatz einen weiteren Vorteil darstellt.
Speziell im Bereich MAC (Move Add Change) treten die Vorteile des aktiven projektbezogenen Kabelmanagement zu Tage.
In jedem Unternehmen werden Umzüge geplant, dann wieder verschoben und dann umgeplant. Dieses können sie jederzeit durchführen um dann in der heißen Phase die SchaltAufträge zu generieren. Nach Abschluss der Arbeiten wird dann die Planung auf realisiert gesetzt und damit automatisch im System als aktueller Stand verfügbar.Das spart Kosten, erhöht die Systemverfügbarkeit und damit letztendlich auch die Sicherheit in ihrem Netz. Da die Daten sich in einer Oracle Datenbank befinden, lassen sie sich natürlich auch für die speziellen Bedürfnisse eines Help Desk visualisieren. Hierdurch erhöht sich deren Aussagefähigkeit und die Verfügbarkeit als Ganzes steigt. Das alles zusammen genommen zeigt, wie wichtig ein aktives, projektbezogenen Kabelmanagement ist. Reine Doku ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, einfach nur um sagen zu können, machen wir auch.
Erst das aktive Management der Physik eines Netzes entwickelt den tatsächlichen Nutzen.

aktives_kabel_mgm_04Eines der Größten Probleme bei der Integration von existierenden Doku Daten, bzw. bei deren Aufnahme ist der Zeitfaktor. Hier ist davon auszugehen, dass es eine gewisse Zeit lang zwei Systeme parallel geben wird, das Alte z. B. in Excel und das neue aktive, projektbezogene Kabelmanagement. Ziel ist es, die Umsetzungsphase so kurz wie möglich zu halten und dann in einem extrem kurzen Zeitraum das Take Over von alt auf neu durch zu führen. Dies funktioniert aber erfahrungsgemäß nur über einen verifizierenden, kontrollierten Import der bestehenden Daten.
Dieser Import muss jederzeit wiederholbar sein, da es beim Import zu Anfang zu Fehlern kommt die bereinigt werden müssen. Das können doppelte Daten, abweichende Syntax aber auch Kabel ohne Dosen sein. Um aufzuzeigen von welchem Mengengerüst hier die Rede ist nun ein kurzes Rechenbeispiel:
Ein Kunde hat an die 5.000 Verbindungen, damit dann auch mindestens an die 10.000 Dosen.
Nimmt man für eine Neueingabe ohne jede Prüfung nur 1 Minute pro Verbindung an, so ergibt sich schon ein Aufwand von rund 11 Manntagen, ohne jede Prüfung und ohne Syntaxvereinheitlichung.
Bei einer Fehlerquote von nur 5% in den bestehenden Daten ergeben sich schon 250 Verbindungen die überprüft werden müssen, dabei ist dann eine Vereinheitlichung der Daten noch immer nicht berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt ist, dass ein Mensch diese 5% erst mal finden muss .
Mit einem verifizierenden, kontrollierten Import läßt sich hier die Vorbereitung extrem beschleunigen.
Damit ergibt sich eine relativ kurze Umsetzungsphase mit einer klaren Zieldefinition. 

aktives_kabel_mgm_05Entscheidende Vorteile können sich ergeben, wenn existierende Lösungen, die Relevante Daten für ein aktives, projektbezogenes Kabelmanagement haben, mit diesem verknüpft werden.
Damit läßt sich dann ein kompletter Workflow integrieren und die Vorteile liegen auf der Hand. Enorme Zeit Ersparnis, keine doppelte Dateneingabe, kontrollierter Datenübergang und nicht zu vergessen, die Daten entstehen dadurch nach dem Verursacher Prinzip. Hier haben wir schon recht gute Erfahrungen im Bereich der Kopplung auf NetView 6000/AIX gemacht. Bei dieser Lösung verwaltet das NetView praktisch die logische Sicht des Netzes während unsere Lösungen die physikalische betrachtet.
Eine hochkomplexe Workflow Integration haben wir haben wir bei einem Kunden realisiert. Hier existiert eine Customer Care Lösung auf Basis Siebel. Diese enthält alle Kundendaten mit den gewünschten Kommunikationsdiensten, den zugewiesenen Gebäudeflächen und den Auf – und Abschaltdaten.
Diese Daten werden in eine Anforderungstabelle innerhalb unseres Kabelmanagement Systems gestellt. Dort werden sie von einem Automatismus aufgegriffen, in einzelne Tasks aufgeteilt und bekommen einen Timeslot zugewiesen. Am Starttag, dem Aufschaltdatum werden nun die Tasks ausgeführt. Es werden Schaltanforderungen für das Hicom DMS generiert. Auf Basis dieser Daten werden nun die erforderlichen Hicom Ports aktiviert und mit den Abrechnungsdaten beschickt. Sobald diese Ports mit den Diensten vom DMS bestätigt werden, generiert das Kabelmanagement die erforderlichen Schalt/Patch Aufträge und schiebt diese in eine Tabelle mit Schaltaufträgen innerhalb des Systems. Dort werden sie von einer Workorder Tracking Lösung, ABMM, abgeholt und an die jeweiligen Mitarbeiter verteilt.
Nach Ablauf des Timeslots wird dieser Prozess umgekehrt und damit wieder abgebaut.
Seit Bestehen dieser Kopplung (2000) wurden an die 500.000 MAC Request bearbeitet und eingerichtet bzw. abgebaut.
Seit der Inbetriebnahme läuft die Kabelmanagement Lösung ohne jede Störung 24 Stunden am Tag die ganzen Jahre über.

aktives_kabel_mgm_06Im Diagramm ist der Datenfluss der einzelnen Lösungen zu sehen.
Besonderheit hier sind die Abrechnungsunterlagen. Diese schleusen wir über unsere Import Tools in die Zentrale Datenbank kontrolliert ein. Dieser Weg basiert auf der Tatsache, dass bei grösseren Netzerweiterungen das ausführende Unternehmen immer auch ein Dokumentation der durchgeführten Arbeiten übergibt.
Liegen diese in elektronischer Form vor, können sie durch das Import Tools verifiziert in die Datenbank eingeschleust und damit sofort für das aktive, projektbezogene Kabelmanagement verfügbar gemacht werden. Erfahrungsgemäß hat nun aber jedes Unternehmen seine eigene Form der Dokumentation. natürlich kann man eine bestimmte Form auch vorschreiben, alleine wird dieses meist nicht eingehalten und um auf die Nachbesserungen zu warten ist in der Regel die Zeit nicht da, das Netz soll ja beschaltet werden.
Daher bietet dieses Import Tools die Möglichkeit, mehrere Import Formate zu hinterlegen. Gleichzeitig ist das Import Tools die einzige Einbahnstraße, sprich es arbeitet nicht Bidirektional.

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Hier das Ganze aus der Sicht der einzelnen Lösungen.
Immer zentral angeordnet und auch von zentraler Bedeutung, die Oracle Datenbank. Sie beinhaltet alle für unsere Lösungen erforderlichen Daten und damit sind diese natürlich auch in unterschiedlichster Form Nutzbar. Das Datenbank Design ist so flach wie möglich gehalten und es werden keine Trigger oder Sql Forms Masken für den Zugriff auf die Daten von unseren Lösungen verwendet. Das macht den Zugriff schnell und effizient, befreit von jedem unnötigen Ballast. Datenredundanzen sind nicht vorhanden.
Unsere Lösungen sind unter IBM AIX  bzw. unter SUSE Linux 8 getestet und lauffähig. Oracle wird in der jeweils aktuelle Version unterstützt. Damit ergibt sich eine ausreichende Anzahl von Installationsumgebungen die stabil laufen und auch über die erforderlichen Sicherungsmechanismen verfügen. 

aktives_kabel_mgm_08Thinking Factory implementiert und integriert seit Jahren die Infrastrukturdaten von grossen Firmen in ein aktives, projektbezogenes Kabelmanagement. Unser Ziel ist die Einsetzbarkeit beim Kunden. Im Vordergrund steht für uns ein kurzer Umsetzungszeitraum verbunden mit der Anpassung unserer Software massgeschneidert auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Wir unterstützen aber auch die Kunden bei den Datenimporten oder betreiben deren Back Up Lösungen auf unseren Rechnern. Das erledigen wir zuverlässig schnell und unbürokratisch. Zugleich kümmern wir uns ständig um neue Lösungsansätze, so dass unsere Lösungen kontinuierlich weiter ausgebaut werden. Da sie modular aufgebaut sind, bekommt somit jeder Kunde das was einen optimalen Nutzen für ihn darstellt.

aktives_kabel_mgm_09Hier ein ganz alltägliches Beispiel:

Wir haben den Doppelboden links keinesfalls an einer besonders prekären Stelle geöffnet, in dem Raum sieht es unter vielen der Schränke so aus. Grund war die Analyse der Machbarkeit eines strukturierten Umbaus. Nach dem Umbau wird sich die hälfte der Patchkabel auf eingezogenen Deckenrosten befinden.
Zu bemerken ist auch noch, das wir dieses schon bei vielen Kunden gesehen haben, es ist keinesfalls ein Einzelfall.
Es handelt sich dabei um einen von drei zentralen Primär Verteilerräumen. In diesem Raum existieren 98 Schränke.
Diese beinhalten Kupfer und LWL. Dienste existieren dort in der unterschiedlichsten Form, Telefon, DSL, Daten Standleitungen,
GB Ethernet, Kabelfernsehen aber auch Alarmdienste oder Kamera Überwachungssysteme. In der Mitte dann ein Schrank mit Komponenten, aktiv und passiv und rechts der gleiche Schrank in einer grafischen Visualisierung welche optional verfügbar ist.
natürlich sind auch hier die Verbindungsdaten in einer Oracle Datenbank enthalten, nur werden sie mit der Zeichnung synchronisiert so dass diese den Zustand des Schrankes beschreibt, wie er in der Datenbank enthalten ist.

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Dieses Netz ist mit Abstand das Größte was sich innerhalb unserer Systemumgebung befindet. Nicht nur das, es hat auch den Größten Integrationsfaktor.
Da würde die Kopplung auf ein Customer Care Tool von Siebel, dann eine Externe Rufnummern Vergabe, ein IP Adressen Generierungstool, die Koppelung auf das DMS und die Workorder Systeme des Providers. Gleichzeitig erbringen wir hier die Backup Lösung für das System auf eigenen Rechnern incl. einer remote Anbindung die 24 Stunden am Tag verfügbar ist. In unseren Büroräumen betreiben wir eine komplette Ersatz Lösung für den Fall eines Hardware Crash. Auch die Support Zeiten sind erheblich erweitert, in großen Teilen auch am Wochenende. Wir greifen ein, wann immer es die Situation erforderlich macht und erweitern die Datenbasis dieses Netzes kontinuierlich. Bedingt durch Neubaumaßnahmen wird das Netz zur Zeit um mehr als 100 Schränke erweitert. Diese Netzerweiterungen müssen in das System integriert werden während es produktiv arbeitet da zu jedem Zeitpunkt Timeslots drei bis 8 Monate im Voraus in der Datenbasis enthalten sind. Das bedeutet, dass Anforderungen für die Neuen Netzverbindungen schon Monate vor ihrer tatsächlichen Fertigstellung in dem Projektmanagement enthalten sind.
Dieses tun wir seit 2000 mit großem Erfolg und zur vollen Zufriedenheit unseres Kunden

aktives_kabel_mgm_11Hier mal ein Kunde in einem ganz anderen Umfeld.
Er betreibt mehrere Rechenzentren und setzt das aktive, projektbezogene Kabelmanagement zur Zeit ausschließlich für das Management der Fiber Optics Verbindungen im Host Umfeld ein.
Hier kommt es zu jeder Menge Projekten in Folge von Umzügen, neuen CPU’s oder anderen Erweiterungen.
Diese sind im laufenden Betrieb des Management Systems in die Datenbank zu integrieren.
Damit lässt sich sicher stellen, dass die Syntax den Vorgaben entspricht und schon im Planungsstadium Engpässe sichtbar werden.
Wichtig ist auch hier, dass es nicht zu einer Nachdokumentation kommt, da der Planungszustand nach der Realisierung einfach nur als aktuell übernommen wird.
Gerade im Bereich eines solchen hoch verfügbaren Netzes ergibt sich somit ein Gewinn an Sicherheit.

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